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Liebe Freunde und Freundinnen der Meere, liebe Kolleg:innen, liebe Mitglieder und Förder:innen von DEEPWAVE,

ihr alle setzt euch für die Meere ein, beruflich, privat, leidenschaftlich, professionell und konkret, ihr habt mit DEEPWAVE zu tun - und ihr habt mit Onno gearbeitet, mit ihm über oder für die Meere gesprochen, oder seid neu auf uns zugekommen.


Die Frage, die ihr uns stellt: Was macht DEEPWAVE jetzt, was macht DEEPWAVE überhaupt und wie, und ganz persönlich: Wie geht es euch? - diese Frage können wir euch heute klar und greifbar beantworten.

Anfang des Jahres fanden wir uns mit diesem Schiff, das uns Onno hinterlassen hat, bildlich gesprochen mitten auf dem Meer wieder und wussten eigentlich gar nicht, was das für ein Schiff ist. Nur dass es auf wundersame Weise fährt. Weil wir von euch, die ihr mit Onno in den NGOs und Instituten gearbeitet habt, mit offenen Armen aufgenommen wurden, weil wir Onnos unerschöpflichen Wissensschatz nutzen können und weil wir von euch, den Neuen, tagtäglich gefordert und unterstützt werden.

Inzwischen sind hier an die 20 neue Mitarbeiter:innen an Bord. Die meisten junge Wissenschaftler:innen zwischen 20 und 30 - also die, die die Zukunft am meisten betrifft - von vor dem Studium bis frisch promoviert, zwischen Gomera, Tromsø, Plymouth, Heidelberg, Zürich, Husum und Hamburg, die - wir können es nicht genug betonen - ehrenamtlich für uns arbeiten.

Was konkret so aussieht:
Wenn ihre frisch geschlüpfte Krabbenkohorte für die Fangquotenstudie an einem Tag so klein ausfällt, dass Laborzeit freibleibt, nutzt unsere Mitarbeiterin Antonia sie sofort, um für DEEPWAVE Quellen zu überprüfen, die wir für die Mitunterzeichnung des Offenen Briefes an die EU-Minister zum Thema Überfischung brauchen und für unser Statement in den entsprechenden Pressemitteilungen und ein Interview im Radio mit Franziska. Gleichzeitig erklärt sie uns, dem Team, den Zusammenhang zwischen Missachtung der wissenschaftlichen Fangquotenempfehlungen, Überfischung und Klimawandel, so dass wir dann auf der nächsten Podiumsdiskussion verständlich erklären können, was das denn bitteschön miteinander zu tun haben soll. Und warum - wie an unserem Infostand zur Recyclingproblematik von uns spielerisch dargestellt - das fälschliche Entsorgen der täglichen Kassenbons ins Altpapier direkt zum Aussterben von Fischpopulationen führen kann. Und wie durch all das eine gekippte, stinkende Brühe, ehemals Ostsee genannt, ein realistisches Szenario wird.


Eine Frage wurde uns dieses Jahr sehr oft gestellt: “Ist es wirklich so schlimm?”

Ja.

Und dann erklären wir seelenruhig den Albedo-Effekt, die thermohaline Zirkulation, oder das was wir davon verstehen, Geisternetze, die toxische Anlagerung an Mikro- und Nanoplastik, Haifinning und warum Wale vor lauter Lärm nichts sehen können.

Oder wir erklären den Unterschied zwischen Korallenbleiche und Ozeanversauerung - und wenn wir dabei gerade wie am Boys & Girls Day in unserer Teamküche stehen, werfen wir ein Stück Kreide in den “sauren” Sprudel. Da das alles aber doch nicht so einfach ist mit dem Kalk und dem CO2 schreibt eine Fachkollegin für die Korallenseite unserer - seit Anfang des Jahres vollständig überarbeiteten und neu gestalteten - Webseite ihren Vortrag zum Einfluss des Klimawandels auf Kaltwasserkorallen um. Weil - ja weil die, die uns fragen, wissen wollen, was sie konkret, praktisch, heute tun können, damit es auch nach 2050 Korallenriffe auf unserem Planeten gibt.
Antworten darauf, und auf die Frage was es bedeutet heute mit diesem Wissen Korallenforscher zu sein, gaben auch unsere Referenten Götz Reinicke und Sebastian Ferse auf unserem DEEPWAVE Filmfestival. Und weil wir das mit den Filmfestivals ja so gut können (Zitat Ende) sind wir fürs nächste Jahr eingeladen für das Vorprogramm des International Coral Reef Symposium in Bremen.

Wir erklären, warum die Tiefsee, als Haut unseres Planeten verstanden werden kann, die für unser Überleben hier vor Verletzungen genauso zu schützen ist wie unsere eigene Haut. Wenn wir dabei gerade bei unserem bereits erwähnten DEEPWAVE Filmfestival sind, dann kann unser Publikum - das von den Referent:innen begeistert “Multiplikatorenpublikum” getauft wurde - diese Referenten fragen. Antje Boetius vom AWI, Rolf Koppelmann vom IMF und die Jakobsens, die mit ihrem U-Boot vor den Azoren die Bilder aus der Tiefsee heraufbringen und deren Film DEEP TIME wir zeigen konnten.
Diese Aufklärungsarbeit werden wir nächstes Jahr mit unser DEEP SEA Kampagne vertiefen - wenn das Funding steht. Dafür werden wir die Kunst in all ihren Facetten - Film, Animation, Musik, Theater, Graphic Novel, Installation, Scrollytelling - als neuen, anderen Zugang nutzen.
Wir waren im Frühjahr bei der Eröffnung des Ocean Space in Venedig, ein Ort, der wie wir die Möglichkeiten der Kunst auslotet. Die Gassen, die wir damals durchstreiften, in Gespräche vertieft über den Meeresspiegelanstieg und den Schutz der Weddell Sea, hat jetzt das Aqua Alta verschlungen.

Wir tun das, wofür Onno DEEPWAVE gegründet hat. Das, was er uns in dem Film ONNO noch einmal deutlich und lebendig vor Augen führt, der ihm gewidmet ist und den wir gemeinsam mit der Regiecutterin Claire Walker produziert haben. Und für den ihr gerne, den (aus lizenztechnischen Gründen privaten) Link erfragen könnt.

Wir geben dem Meer eine Stimme.
Wir geben geduldig, und in der jeweils gewünschten Tiefe und Genauigkeit und vor allem mit der ansteckenden positiven Ausstrahlung unseres Teams, auf all die Fragen Antworten, die entscheidend sind für konkretes sinnvolles Handeln.

Eine dieser Stimmen ist die unseres neuen Botschafters, des Schauspielers Frederik Götz, der unser Filmfestival eröffnet hat, und dabei sehr eindrücklich von der Angst sprach, die es zu transformieren gilt. Das Wort Angst ist neu, die Älteren von uns verschweigen sie lieber, aber die Jungen sprechen darüber, wovor sie sich - zu Recht - fürchten, mit wem sie mitfühlen, warum sie auf die Straße gehen, um sich nicht lähmen zu lassen, warum sie zu uns kommen, warum sie mit uns den Meeren eine Stimme geben wollen, warum sie anderen sagen können wollen, was zu tun ist.
Als Meeresschutz-NGO ist DEEPWAVE auf die Meere fokussiert, aber nicht auf ein bestimmtes Thema. Sondern auf den Zusammenhang der Themen, den Zusammenhang der Bedrohungen und Lösungen, die wir gemeinsam finden müssen und wollen.


Dass wir jetzt heute diesen Brief an euch schreiben, hat natürlich einen Anlass:

Dienstag ist der internationale Giving Tuesday, der 3. Dezember. Der Dienstag nach Thanksgiving ist inzwischen der Tag mit dem weltweit größten Spendenaufkommen. Und alle NGOs, Stiftungen und Vereine, die daran teilnehmen, bitten euch zu prüfen, ob und wie ihr uns unterstützen könnt. Für uns von DEEPWAVE ist dieser Tag essentiell, um unsere Arbeit fortzusetzen und mit den neuen Projekten starten zu können. An diesem Tag schalten wir eine besonders gestaltete Spendenseite online:

www.deepwave.org/giving-tuesday

Und es gibt bereits einige Unternehmen aus unserem Unterstützerkreis die eure Spenden aufstocken möchten.


Nach dem morgigen 4. globalen Klimastreik wünschen wir vom DEEPWAVE Team euch einen erholsamen Ersten Advent.

Wir halten euch auf dem Laufenden,
herzlich

Anna
für das DEEPWAVE Team


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