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Liebe Abbonnent:innen unseres Newsletters,

ja hier kommt tatsächlich ein Newsletter von DEEPWAVE, lange hat es gedauert, aber jetzt. Danke für eure Geduld. Die Coronazeit hat uns mit Aufgaben so überschüttet, dass wir gewirbelt und gewirbelt haben, aber keine Zeit gefunden, euch darüber zu berichten.
Wir haben gehofft, dass unsere Website euch auf dem Laufenden hält - in den Showcases direkt oben auf der Startseite findet ihr immer das Aktuelle und uns Wichtigste -, aber das ist ja nicht der Sinn der Sache: ihr abonniert den Newsletter doch, damit die Nachrichten zu euch kommen. Das werden sie nun ab jetzt. Die Form des Letters wird sich entwickeln, zusätzliche Rubriken, Veranstaltungs- und Kampagnenhinweise, Literatur- und Filmempfehlungen aus dem Team, Gastbeiträge, Interviews … heute werde ich euch einen ersten Überblick über das geben, was in den letzten Monaten hier geschehen ist.

Die Pandemie hat uns neben dem veränderten Blick auf die Welt auch Zeit gegeben, einen Schritt zurückzutreten, Entscheidungen zu treffen, zu sehen, was wichtig ist, und was nicht. Das technisch Wichtigste: uns gibt es noch. Andere NGOs unserer Größenordnung hatten dieses Glück nicht. Auch bei uns sind alle Veranstaltungen, durch die wir normalerweise Spenden generieren, ausgefallen oder ins nächste Jahr verschoben.

Dass wir bis hierher weitermachen konnten, verdanken wir unter anderem unserer erfolgreichen Spendenkampagne zum Giving Tuesday im letzten Dezember, die uns gezeigt hat, wie sehr unsere Arbeit anerkannt und geschätzt ist und wie viel Vertrauen in unsere Fähigkeiten gesetzt wird, im Meeresschutz etwas zu erreichen.


Dank dieser Kampagne haben wir unser jährliches Spendenvolumen verdoppeln können und werden sie daher zum diesjährigen Giving Tuesday am 1.Dezember wiederholen. Dazu dann in einem der nächsten Newsletter mehr.

Außerdem - wo wir schon beim Thema Unterstützung sind - gibt es ja auch die Möglichkeit uns als Verein verbunden zu sein: wir freuen uns jederzeit über neue Mitglieder. Bis vor kurzem haben wir uns gescheut, aktiv dafür zu werben, aber inzwischen wuppt unsere Vereinssoftware das so hervorragend, dass wir euch dazu ermuntern. Das passende Formular findet ihr hier, auf unserer Spendenseite inspirierende und ermutigende Statements unserer Förder:innen und unserer beiden Botschafter.

Wir hatten gerade unsere jährliche Mitgliederversammlung, auf der wir unsere laufenden Projekte ausführlich vorstellen und die wir diesmal aus aerosoltechnischen Gründen im Freien abgehalten haben, was allen vor Ort so gefallen hat, dass wir das jetzt beibehalten werden. Eine wunderbare Gelegenheit in diesen wilden Zeiten zu spüren, was es heißt, nicht allein zu sein mit seinen Fragen und mit seinem Engagement.

Dass wir die bisherige Coronazeit überstanden haben und unsere Projekte und Vorhaben auf Hochtouren fortsetzen konnten, verdanken wir jedoch vor allem einem ganz besonderen Umstand: alle, die hier arbeiten, tun dies ehrenamtlich, alle schenken uns ihre Zeit, ermöglichen uns mit ihrer Expertise überhaupt erst wissenschaftlich fundiert zu arbeiten, und lassen unsere NGO mit ihrer Begeisterung und ihrem unerschrockenen Engagement zu dem werden, was sie ist.
Dank unseres ständig wachsenden
Teams hat DEEPWAVE sich sprunghaft weiterentwickelt, Dinge, von denen wir kaum zu träumen wagten, gehören mittlerweile zu unserem Alltag. Und alle in unserem Team haben eine enge Verbindung zum Meer: sie sind auf Forschungsschiffen unterwegs oder als Whale Watcherin in den Gewässern um Gomera, beforschen und fotografieren Walhaie in Schutzprojekten, wohnen auf ihrem Segelboot, während sie promovieren, setzen sich als Surfer:innen gegen die Plastikflut an den Stränden ein, sind Apnoetaucherin oder Tauchlehrerinnen, reparieren Offshore-Windräder und schauen dabei den Schweinswalen von oben zu. In den nächsten Newslettern werden wir sie euch nach und nach vorstellen.

Aufgrund der guten Erfahrung der letzten Monate haben wir daher eine Entscheidung für die Zukunft getroffen: wir werden dieses Modell beibehalten, diese Form der freien Mitarbeit passt am besten zu uns und zu unserem Team. Es verlangt manchmal eine ordentliche Portion Flexibilität, wenn mitten in einem Projekt plötzlich die Doktorarbeit ruft oder die Masterarbeit, das homeschooling keine freie Minute lässt, Geld neben dem Studium verdient werden muss. Natürlich würden wir gerne Honorare zahlen können, aber das wirklich Erstaunliche ist, dass dies nie Bedingung ist, sondern das dringende Bedürfnis, dem, was mit unseren Meeren geschieht, wirksam etwas entgegenzusetzen.

Wir haben es in den letzten Monaten immer wieder erlebt, es immer mehr begriffen, was DEEPWAVE ausmacht: wir sind frei. Wir sind weisungsungebunden, wir können sagen, was wir wirklich denken. Wir können uns so für die Meere einsetzen, wie wir es für richtig und nötig erachten. Und wir sind flexibel, können sofort reagieren, wenn es erforderlich ist.

Dass es uns noch gibt, war die Voraussetzung für das eigentlich Wichtigste in den letzten Monaten: unser Spendenaufruf für die Coronasoforthilfe.

© OMCAR

Die Fischerfamilien unseres Mangrovenaufzuchtprogramms MANGREEN im Süden Tamil Nadus waren durch den verordneten Lockdown von ihrer Nahrungsgrundlage abgeschnitten und standen vor dem Verhungern. Als unser 1. Vorsitzender Heye Groß davon von Vedharajan Balaji erfuhr, dem Projektleiter unserer dortigen Partnerorganisation OMCAR, organisierte er sofort mit ihm die nötigen Voraussetzungen für den Transfer und durch unseren Aufruf konnten wir in zweieinhalb Tagen die erstaunliche Summe von 3000 € zusammenbekommen, die dort von OMCAR in Reis und andere Hilfsgüter umgesetzt und verteilt wurden. Unser großer Dank geht an alle, die dies möglich gemacht haben. Ganz viele Einzelspenden vor allem auch von jungen Menschen, was uns alle hier wirklich berührt hat, und uns gezeigt hat, was für eine wunderbare Community wir haben.

Was wir sonst in den letzten Monaten gemacht haben:

Auf politischer Ebene hat DEEPWAVE in enger Zusammenarbeit mit den Hauptakteuren der im Meeresschutz aktiven NGOs Anfang des Jahres die Meeresoffensive 2020 entwickelt, die sich in Bezug auf die entscheidenden Weichenstellungen, die im Megajahr 2020 anstanden und noch anstehen, an die Bundesregierung wendet. Dieses gemeinsam mit dem BUND, der DUH, fair oceans, Forum Umwelt und Entwicklung, NABU, Slow Food, WDC und dem WWF verfasste und von Brot für die Welt, fair fish, Greenpeace, Ozeanien Dialog, Reef Check, urgewald, der Schutzstation Wattenmeer und Waterkant mitunterzeichnete Papier hat für uns eine besondere Bedeutung, weil wir damit den Faden wieder aufnehmen und die fruchtbare Zusammenarbeit mit den wunderbaren Kolleg:innen fortsetzen können, mit denen Onno Groß gearbeitet hat. Das Forderungspapier und eine Timeline mit den entsprechenden Veranstaltungen findet ihr auf unserer Website in der Rubrik Meerespolitik.

Aus der Meeresoffensive 2020 wird nun durch die coronabedingten, eruptiven Verschiebungen eine Meeresoffensive 2021. Unser Part bei DEEPWAVE ist es derzeit, eine Art Übersetzung zu entwickeln, die dieses komplexe, an Policy Maker gewandte Papier lesbar macht. Wenn diese Übersetzung online geht, erfahrt ihr dies als erste in unserem nächsten Newsletter.

Die Verschiebungen wirbeln international alle entscheidenden Prozesse durcheinander, die Auswirkungen, die dies auf uns und unsere Meere haben wird, sind noch nicht abzuschätzen.

Auch wir mussten einiges verschieben, vor allem unser Highlight des Jahres: unser DEEPWAVE Filmfestival zum Schutz der Meere. Geplant ist es jetzt im Mai 2021. Mitten in den Vorbereitungen kam Corona, aber die Einreichungen, die wir schon gesichtet haben, steigern unsere Vorfreude. Auch wenn der Tonfall sich geändert hat, noch ernster geworden ist. Man spürt, dass das letzte Jahr, also das vor Corona, in dem das ganze Ausmaß der Klimakatastrophe mit voller Wucht bewusst wurde und die Kipppunkte immer augenscheinlicher und immer mehr verstanden wurden, seine Spuren hinterlassen hat. Ein Satz, der mir nicht mehr aus dem Kopf geht: “Marine Scientists have to be allowed to cry.”

DEEPWAVE Team und Gäste

Aufgrund des Erfolges unseres Filmfestivals in 2019 wurden wir eingeladen, einen Filmabend mit Referent:innen zum Thema Korallen im Rahmen des ICRS (International Coral Reef Symposium) auszurichten, der größten Korallentagung der Welt, die alle vier Jahre stattfindet und dieses Jahr in Bremen ausgerichtet werden sollte. Unser Filmfestival-Ableger Saving Corals ICRS Filmfestival wurde wie die Tagung selbst ins nächste Jahr verschoben und findet nun am 15. Juli 2021 in der Schauburg in Bremen statt.

Den Eröffnungsfilm für das DEEPWAVE Filmfestival produzieren wir wieder selbst, diesmal ein Artmovie zum Thema Verbundenheit mit dem Meer, Arbeitstitel “In The Sea”, Hauptdarsteller unser Botschafter Frederik Götz und der Atlantik. Der Realtake ist abgedreht, im Winter geht es an die Postproduktion. Über unseren Instagram Account @deepwave_ocean_org werden wir euch auf dem Laufenden halten.

Unsere Verbindung zur Tiefsee hat uns in die glückliche Lage versetzt, ein persönliches Interview mit Antje Boetius zu führen, die mit dem Astro-Alex, dem Astronauten Alexander Gerst, vor den Azoren in die Tiefsee abgetaucht ist. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

© AWI/Joachim Jakobsen

Vernetzungen sind das Gebot der Stunde: die Plattform climate connect ist gegründet worden, um weltweit Projekte aller Größenordnungen, die sich für den Klimaschutz einsetzen, zu vernetzen. DEEPWAVE war Pilotprojekt für den weltweiten Relaunch am 28.Juli 2020.

Vernetzungen zählen auch in Bezug auf das allgegenwärtige Thema Plastic pollution: Mit unserer BLUE STRAW Kampagne sind wir unter dem Motto „No Straw is the Best Straw“ auf der neuen Website des Runden Tisches Meeresmüll vertreten. Und wir haben zu unserer großen Freude den Zuschlag der one-for-the-planet-Community für unser Projekt Tassen statt Tampons: die Meere schützen bekommen.


Wer jetzt die Stirne runzelt: es geht um das Zahlenverhältnis vier versus 10.000, Selbstbestimmung versus Ressourcenverschwendung. Und um praktischen Meeresschutz.

Aufklärung ist und bleibt unser Hauptmetier und unsere Meeresfibel Unser Blauer Planet: gestern – heute – morgen ist und bleibt ein viel und gern genutztes Mittel, um Kinder und Jugendliche - und ihre Eltern und Großeltern, die ihnen beim Schmökern über die Schultern gucken und oft weniger wissen als ihre Kinder und Enkel - über die Meere zu informieren und sie für ihren Schutz zu begeistern. Aus Gründen persönlicher Verbundenheit freuen wir uns besonders, dass sie jetzt im Cuxhavener Bücherbus ausgeliehen werden kann.


Wer von euch Kontakte zu anderen Bücherbussen (oder natürlich auch Schulen u.ä.) hat, kann diese Anregung gerne aufnehmen und sich an uns wenden. Derzeit entwickeln wir - den Coronabedingungen entsprechend - ein größeres Projekt zu ihrer digitalen Nutzung.

Wir werden oft gefragt, was uns dazu verhilft, so positiv zu sein, in diesen Zeiten, in denen wir tagtäglich zusehen müssen, wie politische Ignoranz, ungehemmter und unhinterfragter Konsum, menschenverachtender Dünkel der sogenannten Ersten Welt und völlige Entfremdung von unserer natürlichen Umwelt unseren Meeren zusetzen. Die Antwort ist ganz einfach: die Haltung von Onno, unserem Gründer Onno Groß, die uns jeden Tag in unserer Arbeit bestärkt – und das Meer.


Heute, der Tag, an dem ich dies schreibe, der 3. Oktober, ist ein besonderer Tag für alle, die mit Onno zusammengearbeitet haben. Der Tag vor vier Jahren, an dem er darum gekämpft hat, seinen Verletzungen nicht zu erliegen, leben zu können, mit uns, mit den Meeren, sich weiter für sie einsetzen zu können. Dies ist sein Vermächtnis an uns: wir werden weiterkämpfen, we will not surrender.

Anna Groß
CEO


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