Falls diese Nachricht nicht richtig dargestellt wird, bitte hier klicken.

Liebe Freundinnen und Freunde der Meere, liebe DEEPWAVE Unterstützerinnen!

Bevor wir euch mit unseren guten Nachrichten überschütten, müssen wir innehalten und mit dem Blick auf die Pandemie tief Luft holen: euch und all euren nahen und fernen Lieben, allen gefährdeten, erschöpften, ratlos verzagten Menschen wünschen wir Zuversicht und Vertrauen darauf, dass wir gemeinsam so heil es nur irgend geht durch diese Zeiten kommen. Lasst uns für einander da sein, wenn es darauf ankommt und auch sonst.


Was den Meeresschutz angeht, sind wir derzeit geradezu euphorisch. Anfang 2020 haben sich neun im Meeresschutz aktive NGOs zusammengesetzt – BUND, DUH, fair oceans, Forum Umwelt und Entwicklung, NABU, Slow Food, WDC, WWF und DEEPWAVE - und gemeinsam 24 Kernforderungen für einen effektiven internationalen Meeresschutz aufgestellt. In diesem Papier fordern wir von den Entscheider:innen in der deutschen Politik eine Meeresoffensive. 2021 haben wir gemeinsam in intensiven Gesprächen daran gearbeitet, dass diese Forderung in der zukünftigen Regierungspolitik ihren Platz findet. Nun steht im Koalitionsvertrag im Abschnitt Meeresschutz: „Wir starten eine Meeresoffensive zum Schutz der Meeresnatur, erarbeiten eine kohärente und verbindliche Meeresstrategie, richten eine Meereskoordination unter Leitung eines Meeresbeauftragten ein und etablieren eine Nationale Meereskonferenz.“

Die genauere Lektüre zeigt, wie ernst das Thema genommen wird. Natürlich könnte man jetzt mosern und sagen: ja das sind schöne Worte, was werden für Taten folgen? Wir sind es gewöhnt mit Skepsis, Fassungslosigkeit, Wut oder Enttäuschung auf das politische Treiben in diesem Land zu schauen, und die Entscheidungen in diesem Sommer, nicht nur im Meeresschutz, haben uns ernsthaft die Frage stellen lassen, ob wir noch in einem Rechtsstaat leben. Umso mehr wir uns auf dem meerespolitischen Feld eingesetzt haben, desto mehr haben wir uns gefragt, ob unsere Nerven dafür stark genug sind. Z.B. im Zusammenhang mit der Marinen Raumordung, siehe unsere Gemeinsame Pressemitteilung und Stellungnahme der Umweltverbände. Ich kann hier nur meine große Bewunderung für all unsere Kolleg:innen zum Ausdruck bringen, die tagaus tagein nichts anderes als diese wichtige Arbeit machen, mit einer unglaublichen Geduld und Expertise, die nicht aufgeben, wo andere schon längst das Handtuch geworfen hätten. Das Meer braucht diese Art Lobbyismus. Im Auge der Öffentlichkeit unsichtbar, aber entscheidend.

Jetzt aber, da dieser Einsatz Früchte trägt, möchten wir einfach wenigstens ein paar Tage erleichtert, zum ersten Mal optimistisch und so erstaunlich es klingen mag: voller Vorfreude sein. Endlich bewegen sich Dinge und werden mit dem Mut angegangen, der nötig ist, um die Veränderungen zu initiieren, die wir alle brauchen. Obendrauf freuen wir uns, dass geballte Kompetenz zum Thema Meeresschutz bei unserer voraussichtlich zukünftigen Umweltministerin und ihrem Team vorhanden ist, wie wir sie selbst erleben durften.

Wenn das kein Grund zum Feiern ist.

Und die beste Antwort auf die Frage: was macht ihr eigentlich?

Und einer der besten Gründe, uns in unserer Arbeit zu unterstützen: der Giving Tuesday steht vor der Tür, der Dienstag nach Black Friday und Cyber Monday (dies Jahr der 30. November, also morgen), der Tag des Gebens weltweit, und wie jedes Jahr rufen auch wir zu Spenden auf.

© DEEPWAVE / Oliver Wünsch

Denn wie ihr euch denken könnt: die Pandemie hat unsere Finanzen auf den Kopf gestellt (macht mal mit Taschen voller Kleingeld Kopfstand, so leer wie die Taschen danach sind, sind unsere Konten) und da es keine Schutzschirme für NGOs wie unsere gibt, und Unternehmen, die uns gefördert hätten, selber pleite sind, sind wir auf euch angewiesen. Jeder Cent zählt. Und das ist kein Spruch, sondern das, was die letzten beiden Giving Tuesdays passiert ist: viele viele kleine Spenden haben sich so summiert, dass sie uns durch die Pandemie bis hierher getragen haben.

Was btw nur möglich war, weil alle hier in unserem wunderbaren Team seit Dezember 2020 ehrenamtlich arbeiten, alle. Ehrenamtlich arbeiten heißt neben dem Job, dem Studium, der Promotion, in den Pausen auf Forschungsschiffen, in jeder ruhigen freien Minute, das Geld zum Leben wird dann auch noch irgendwie verdient.

So leicht geben wir also nicht auf, aber unsere Projekte würden wir schon gerne fortsetzen. Gerade jetzt, wo wir sehen, was wir mit unserer Arbeit erreichen und bewirken können. In unserem Team gibt es einige hochkompetente und motivierte, die mehr für uns tun könnten, könnten wir sie zahlen. Ganz einfach. Was ihnen, uns und unseren Projekten zu Gute käme. Und den Meeren.

Also trommelt, was das Zeug hält! Ihr habt es mit dem Trommeln viel leichter als noch vor ein paar Jahren, wo Meeresschutz als Luxus galt. Heute versteht jede:r, dass Meeresschutz Klimaschutz ist. Dass es keinen Klimaschutz ohne Meeresschutz geben kann. Dass sich ohne Meere alle Probleme erledigt haben werden. Aber nicht im guten Sinne.

Zum Giving Tuesday

Eines der Projekte, an dem wir im Hintergrund in einem inzwischen sechsköpfigen Team arbeiten, ist die von uns intern liebevoll „Übersetzung der MO“ genannte Aufbereitung des Forderungspapiers zur Meeresoffensive. Da sich die Forderungen an Policy Maker richten, sind sie sehr - nennen wir es mal kondensiert formuliert, kein Sterblicher außerhalb dieser Zirkel wird all die Raffinessen z.B. von effektiver bzw. adaptiver Nutzung von Ressourcen in ausgewiesenen Schutzgebieten nachvollziehen können. Da wir aber finden, dass genau das alle angeht, die sich für die Meere einsetzen wollen oder es bereits tun, stellen wir Erklärungen, Materialien, Hintergründe, Kommentare bereit und versuchen Zusammenhänge sichtbar zu machen. Ist eine etwas größere Aufgabe geworden. Die aber, wie sich bei unserem seit Langem ersten öffentlichen Auftritt auf der InterDive Tauchmesse zeigte, bereits sehnsüchtig erwartet wird.

Aber auch hier fehlen im Moment die finanziellen Mittel für die Umsetzung, so wie sie uns vorschwebt.

Auf der InterDive haben wir ebenfalls gesehen, wie goldrichtig wir mit unserer Ausrichtung auf Empowerment liegen. Seit Jahren empowern wir im Hintergrund: wir vermitteln in Projekte, die genau zu den jeweiligen Skills, dem individuellen Maß an Mut und der eigenen Vision starker, gesunder Ozeane passen, wir beraten Schüler:innen nicht nur bei ihren Abiturpräsentationen, sondern auch bei der Wahl der Studiengänge, wir vermitteln und unterstützen praktisches Engagement, ermutigen aber auch was die berufliche Ausrichtung betrifft. Wir verändern Biografien. Das hat unser Gründer Onno Groß mit Begeisterung getan. Und wir tun es jetzt.

Getreu unserer Maxime: wir haben dieses eine Jahrzehnt für die entscheidende Transformation, die es uns und unseren Mitlebewesen ermöglichen wird, weiterhin auf diesem Blauen Planeten zuhause zu sein. Was für eine großartige Chance!

© David Dincer


Empowerment ist auch das Wort für unsere Veranstaltungen. Unser DEEPWAVE Filmfestival zum Schutz der Meere konnte aus den bekannten Gründen auch dieses Jahr nicht stattfinden, wir hoffen aller Varianten zum Trotz inständig, dass es 2022 wieder stattfindet, merkt euch schon mal den Juni vor, wieder im Lichtmesskino in Altona, die ersten Programmpunkte stehen schon, psssst: sie werden großartig!

Was aber stattfinden konnte, war das Saving Corals – ICRS Filmfestival (online): wir haben dieses Jahr das Eröffnungsevent der weltweit größten Korallentagung ausrichten können! Ihr könnt (fast) das ganze Programm hier nachschauen, es lohnt sich. Abgesehen von den ergreifenden Filmen legen wir euch besonders die Eröffnungsrede unseres Botschafters Frederik Götz ans Herz und die Podiumsdiskussionen mit den Filmemacher:innen, wunderbar moderiert von Andrea Gerhard. Drei Frauen zwischen UK und Neuseeland, die sich open end unglaublich inspirierend über die beste Form austauschen, sich für den Meeresschutz einzusetzen ...

Passt auf euch auf, erzählt von uns und danke, dass ihr uns unterstützt!

Anna Groß und das DEEPWAVE Team



P.S.: Und wenn ihr uns nächstes Jahr live in Bremen erleben wollt:

Das Saving Corals – ICRS 2022 Filmfestival findet statt am

Save the Date - 30. Juni 2022

Und noch einige Empfehlungen:

- Auf Einladung des AStA der Uni Koblenz/Landau haben wir eine Veranstaltung mit Faktencheck zur Doku „Seaspiracy“ ausgerichtet, beides, die Doku und unsere Diskussion, zu der wir als Verstärkung die Überfischungsfachfrau Valeska Diemel eingeladen hatten, können wir euch nur sehr empfehlen, wenn ihr Zusammenhänge und Hintergründe der Bedrohungen unserer Ozeane besser verstehen wollt.
- Unsere Moderatorin Andrea Gerhard interviewt auf ihrem sehr informativen (mühelos spannend unterhaltsamen) Podcast ZWEIvorZWÖLF in der Folge 66 unseren Freund Frank Schätzing zu seinem neuen Buch „Was, wenn wir einfach die Welt retten?“, unbedingt hören und lesen!
- Hier könnt ihr euch unseren aktuellen Flyer downloaden, wenn ihr mehr davon haben wollt, schreibt uns eine Mail, dann kommt er per Post.
- Wenn ihr regelmäßiger informiert werden wollt, folgt uns doch auf instagram @deepwave_ocean_org
.. und da wären natürlich noch die anderen 176 Seiten des Koalitionsvertrages ...


Falls Ihr keine Nachrichten mehr erhalten möchtet,
könnt Ihr euch hier abmelden.

© 2021 DEEPWAVE e.V.

+49 (0) 40 4609 1461
info@deepwave.org
Unsere Webseite
Datenschutzerklärung | Impressum
Sodenkamp 13e | 22337 Hamburg | Deutschland

Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV: Anna Groß
Der Auftragsdatenverarbeiter und Mailverteiler ist CleverReach®.