Auf dem Poster, mit dem wir unsere Arbeit auf dem Meeresumwelt-Symposium der Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg und auf der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Runden Tisch Meeresmüll in Berlin vorgestellt haben, versammeln wir alles dazu. Alphabetisierung für das Meer wäre ein Versuch das Wort aus dem Englischen zu holen. Passt aber ganz gut: Wir können das Meer nicht lesen. Also bedarf es einer Buchstabierhilfe, es bedarf Übersetzungen, Erklärungen, Deutungen, Hinweise, Studien, Handreichungen, Quellen, Antworten und neue Fragen. In jeglichem nur erdenklichem Medium. Für jede nur erdenkliche Zielgruppe.
Zu unserer Meeresfibel, die Onno Groß und unsere Illustratorin Anna Mandel noch gemeinsam geschrieben haben und die seit 2014 deutschlandweit an Schulen und privat genutzt wird und mit der wir jetzt in die 2. Auflage gehen, haben wir eine App (iOS, Google) entwickelt. 1000 Fragen, die unser Kinderteam uns gestellt hat, finden dort spielerisch ihre Antwort.
Unser Herzensthema ist für uns seit unserer Gründung 2003 und für Onno seit 1989 der Tiefseebergbau. Unsere Kampagne NO DEEP SEA MINUNG - NEVER richtet sich an alle, die es genau wissen wollen. Vom einfachen Einstieg bis zur großen Studie, versammelt sie Materialien der deutschen NGOs, die dazu arbeiten.
Die Haltung, die wir geerbt haben, führt dazu, dass wir als einzige Kampagne das Wörtchen NEVER im Titel führen. Wir meinen es auch so. Und nicht nur wir.
Zur Kampagne haben wir eine PopUp Karte mit dem Kartenmacher Jens Gollnow gebaut, die wir kostenlos in hoher Auflage verteilen, um das Thema so breit wie möglich ins Bewusstsein zu rücken. Die Karte ist ein schöner Köder mit der Hoffnung, dass ihre Nutzer:innen sie irgendwann umdrehen und in die Quellen zum Tiefseebergbau eintauchen. Um dann fundiert Bescheid zu wissen, wenn es drauf ankommt. Und das ist: jetzt.
Für alle Freund:innen der politischen Feinheiten und für die, die es werden wollen, um sich für die Meere einsetzen zu können, haben wir mit einem großen Team aus Autor:innen, Rechercheur:innen, Programmierern und Grafiker:innen ein Erklärtool entwickelt, ein sehr sehr umfangreiches: unseren KLARTEXT Meerespolitik. Der euch erklärt wie Ocean Governance funktioniert, allerdings weder im Wikipedia noch KI Stil, sondern - wir es sich für uns als NGO gehört, die die Aufgabe hat einzuordnen - eher im Monty Python Modus. Und das Beste daran: Er kann immer auf den neuesten Stand gebracht werden. Was unser Team, allen voran unser Hauptautor Nico Czaja, gerade getan hat.
Wofür wir in Hamburg bekannt sind, ist unser eigenes DEEPWAVE Filmfestival, das wir seit 2019 in Eigenregie führen und das für Onnos Begeisterung für Kunst und überraschende Wege steht. Mit Kurzfilmen und ausführlichen Podiumsdiskussionen, unsere Expertisen- , Networking- und Mutmachmaschine.
Und last but not least die Nachrichten direkt aus dem Maschinenraum: das Logbuch, das ihr gerade lest.
Alle fünf haben das, was Ocean literacy von der reinen Alphabetisierung entscheidend unterscheidet: die Handreichung zum Handeln.
Wir werden oft gefragt, warum wir das machen. Für Onno? Ja, in der ersten Zeit ja, um sein Erbe lebendig fortzuführen und um mit ihm im Austausch zu bleiben. Das hat uns gerettet und alle, die mit ihm eng zusammengearbeitet haben. Dann hat sich die Welt, wie hätte sie es anders tun können, https://www.deepwave.org/newsletter/weiter gedreht und verändert, und wir haben uns oft gefragt, was würde Onno jetzt tun oder denken? Das frage ich mich im Moment oft sehr mit Blick auf die Farbe Blau und alles was mit ihr zusammenhängt. Reclaim the Colour!
In den nächsten Jahren habe ich immer mehr verstanden und gefühlt, was es bedeutet, sich für die Meere einzusetzen. Was ich am Anfang fast vermessen fand, besonders wenn ich hier über die Düne stieg und auf die endlose Weite schaute. Die mich nicht braucht. Aber wenn ich auf den Boden sah